Im April 2017 bekam ich eine alte Yamaha, XT 600 Z, geschenkt. Die Maschine stand zuvor ca. 10 Jahre still. Erfreulicher Weise war sie trocken gelagert und dicke Schichten Fett und Dreck schützten die Maschine vor weiterem Verfall.

Da ich schon schlechte Erfahrung mit einem anderen Projekt hatte, eine total zerlegte DKW, habe ich beschlossen eine "rolling Restauration" anzugehen.

Zu allererst ging es darum, das Gerät wieder auf die Straße zu bringen: Reifen, Bremsen, Luftfilter, Öl und natürlich TÜV. Das habe ich dann bis zum Herbst 2017 auch alles hinbekommen. Einzig die völlig maroden Ansaugstutzen machten Probleme, ab 3000 Touren gab es unangenehme Ruckler. Da von außen nichts erkennbar, half wie so oft eine Forumssuche in den verschiedenen Gruppen. Nach Demontage der Ansuagstuzen hatte ich Gummi und Alu separat in der Hand, da braucht man sich dann auch nicht wundern. Verwunderlich genug, dass die Maschine überhaupt lief. Da ich den Vergaser ja schon draussen hatte, habe ich diesen auch gleich gereinigt und einen neuen Dichtunssatz spendiert.

Im 2. Schritt war die Optik dran: ich mag keine grausligen Sachen. Alle Lackteile waren mit Nitrolack zugeschmiert um einen "Umfall" zu kaschieren. Nach einigen Experimenten hat sich handelsüblicher Abbeizer als am wirksamsten erwiesen. 2 Kg Abbeizer später war der Lack weg. Ein ansässiger Lackierer hat für eine zwar kostspielige, aber dafür professionelle Lackierung gesorgt.

Die Sturzbügel und die Kofferhalter gingen zum Pulverlackierer, der Auspuff hat nach dem Reinigen mit dem Sandstrahlgebläse eine Alu Flammspritz Behandlung bekommen und wurde dann feuerfest schwarz lackiert. Beides war danach besser als neu.

Ein Polsterer im Bekanntenkreis hat die Sitzbank wieder aufgepolstert und mit dem in England gekauften Bezug neu bezogen. Auch hier kann sich das Ergebnis sehen lassen.

Ein spannendes Problem hatte ich dann noch mit der Vorderradbremse: Nach eingen Kilometern ging diese immer wieder zu, so dass die Bremse immer wieder blockierte. Nach einigen Minuten Standzeit war die Bremse wieder frei...usw. Auch hier hab ich die Lösung im Internet gefunden: Eine winzige Bohrung im Vorratsbehälter, welches für den Druckausgleich beim Loslassen der Bremse sorgt, war verstopft. Bei der Gelegenheit hab ich der Bremse einen Überholsatz spendiert. Seit dem ist Ruhe. Den Rest des Sommers war ich dann faul und bin so knapp 2000km rumgefahren. Technische Probleme hatte ich keine mehr, nur 2 Schrauben der Sturzbügelhalterung haben sich rausgerüttelt.

Was steht noch an:

• Die beiden Seitenteile vom Motor haben leider Alufrass, das schaut nicht schön aus. Also ist hier Demontage und Pulverlackieren angesagt.

• Bei der Gelegenheit wird gleich das Rücklaufventil der Ölleitung repariert, welches ein vernünftiges Messen des Ölstandes verhindert.

• Die Gabel sehnt sich nach den originalen roten Faltenbälgen. Gleichzeitig schadet der große Gabelservice bestimmt nicht.

• Das hintere Schwingenlager und die Rollen zur Kettenführung sind ebenfalls dringend fällig.

• Einige Teile werde ich noch neu pulvern lassen, weil es einfach besser ausschaut.

• Die Bleibatterie nervt: kaum Kapazität und immer leer, wenn man sie braucht.

 

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